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Die Klassische Homöopathie ist eine Heilwissenschaft, die von Samuel Friedrich Hahnemann begründet wurde und auf dem Prinzip „Ähnliches wird durch Ähnliches geheilt“ basiert. Dabei wird in jedem speziellen Krankheitsfall das Mittel gewählt, das bei Gesunden eine Reihe krankhafter Erscheinungen hervorgebracht hat, die den Beschwerden die man heilen möchte ähnlich sind. So wird z.B. bei Magenkrämpfen ein Mittel verschrieben, das beim Gesunden derartige Magenkrämpfe erzeugt. Im Gegensatz hierzu wird in der allopathischen Medizin versucht die Krankheit durch das ihr Entgegengesetzte zu heilen. Hierzu gehört die allgemeine Verwendung von fieberunterdrückenden, stopfenden, abführenden, betäubenden und schlaferzwingenden Mitteln in starken Gaben. Diese Methode, die in gewissen Fällen, z.B. bei unheilbaren Krankheiten, berechtigt ist, hat in den meisten Fällen für den Kranken große Nachteile zur Folge, da die Arzneimittel, um ihre momentan erleichternde Wirkung auszuüben, in immer stärkeren Gaben verabreicht werden müssen.
In der Klassischen Homöopathie werden nur solche Mittel zur Heilung von Krankheiten verwendet, deren Wirkungen auf den menschlichen Organismus zuvor durch sorgfältige Prüfungen an gesunden Menschen erforscht worden sind.
Die nach dem Ähnlichkeitsgesetz der Homöopathie gewählten Mittel werden nur in geringen Mengen gegeben, da sich ansonsten die Krankheit deutlich verschlimmern würde; in den kleinen Dosierungen dagegen besitzen dieselben gerade noch so viel Kraft, um in den erkrankten Organen die Reaktionskraft so lange anzuregen und aufrecht zu erhalten, bis der Organismus die Krankheit überwunden hat.
Durch die homöopathische Zubereitung werden die chemischen, krankmachenden Eigenschaften der Arzneien sehr bedeutend abgeschwächt und gleichzeitig die therapeutische Wirksamkeit erhöht. Gewisse Substanzen, wie z. B. Kalk, Holzkohle oder Kieselsäure sind in unzerteiltem Zustand gänzlich unwirksam. Sie werden erst durch wiederholte Verdünnung und Verreibung heilkräftig, da sie hierdurch wesentlich an wirksamer Oberfläche gewinnen und vom Körper leichter resorbiert werden können. Durch das Potenzieren werden die Teilchen des Arzneikörpers äußerst fein verteilt. Durch diese Feinheit der Stoffteilchen können sie an jede Stelle im Körper gelangen, wo sie gebraucht werden. Außerdem wird nach Reichenbach durch Reiben und Schütteln der Ausgangssubstanzen odischer Lebensmagnetismus freigesetzt und die Heilkraft des Mittels dadurch erhöht. So zerteilt die Homöopathie das Sichtbare ihrer Arzneistoffe, damit die innersten, unsichtbaren Eigenarten derselben sich umso freier ausdrücken können. Wie bei einem Samenkorn, das zu einer neuen Pflanze werden soll, werden die sichtbaren Teile des Korns zerstört, nur der unsichtbare, im Kern liegende Keim bleibt bestehen und entwickelt sich in ein neues, höheres und vollkommeneres Dasein.
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